Arbeit am Tonfeld® Ammerbuch/

Tübingen

Jaqueline

Flack 

 

 

 

 

Hochbegabung und Hochsensibilität

 

Auch Hochbegabung geht oft mit der Erfahrung des Andersseins und, in einem weniger kompatiblen Umfeld, fehlender positiver Resonanz einher. Diese spielt jedoch für die Identitätsentwicklung des Kindes eine herausragende Rolle: Das Kind braucht ermutigende und stärkende Rückmeldungen aus seinem unmittelbaren Umfeld, um ein positives Selbstbild entwickeln zu können. Es möchte in seinem Sosein, in seiner eigenen Besonderheit gesehen und anerkannt werden. Aufgrund der häufig, v.a. mit einer unerkannten Hochbegabung einhergehenden Erfahrungen mangelnder positiver Resonanz, können Gefühle der Einsamkeit, des Sicht-Nicht-Verstanden-Fühlens, der sozialen Isolation sowie starke innere Spannungszustände entstehen.

 

Am Tonfeld kann Ihr Kind jene aus der intellektuellen Besonderheit resultierenden spezifischen Entwicklungs-themen bearbeiten, eigene Lösungsansätze für eventuell damit einhergehende Konflikte erarbeiten und tiefgreifende Veränderungen initiieren. Da die Arbeit am Tonfeld® eine explizit resourcenorientierte, entwicklungsförderende kunst-therapeutische Methode ist, können auf diese Weise Selbstwirksamkeit, Selbstwertgefühl sowie die allgemeine Resilienz für die Herausforderungen des Alltags von hochbegabten Kindern gestärkt werden.  

 

Dasselbe gilt für die sehr häufig mit einer Hochbegabung einhergehende Hochsensibiliät, bei der Emotionen und Sinneseindrücke intensiver wahrgenommen und verarbeitet werden. Auch hier kann die Arbeit am Tonfeld® unterstützend eingesetzt werden, um die damit einhergehenden Herausforderungen im Alltag besser zu bewältigen. 

 

 

Die Arbeit am Tonfeld® bei Hochbegabung bzw. hoher kognitiver Begabung

 

Hochbegabte Kinder verfügen über eine enorme kognitive Leistungesfähigkeit und eine schnelle Informationsverarbeitung. Diese Veranlagung bringt im Alltag jedoch häufig spezifische Herausforderungen mit sich. In der therapeutischen und pädagogischen Praxis zeigt sich regelmäßig, dass rein sprachbasierte Ansätze bei diesen Kindern und Jugendlichen an Grenzen stoßen.

 

 

Das Problem der Intellektualisierung

 

Viele hochbegabte Kinder neigen dazu, emotionale Belastungen, Stress oder Ängste rein kognitiv zu verarbeiten. Sie können ihre Probleme oft präzise analysieren und sprachlich ausdrücken - die emotionale Integration und körperliche Entlastung bleiben jedoch häufig unzureichend. Zudem führt die asynchrone Entwicklung (das Auseinanderklaffen von intellektueller Reife und emotionaler bzw. motorischer Entwicklung) zu inneren Spannungen und starkem Perfektionismus.

 

Hier bietet die Arbeit am Tonfeld® einen wirksamen, körperorientierten Ansatz: Als haptisches Medium umgeht der Ton die rein rationale Ebene und ermöglicht einen direkten Zugang zur Selbstregulation. 

 

 

Warum das Tonfeld hochbegabten Kindern hilft

 

  • Entlastung vom Leistungsdruck: Das Tonfeld repräsentiert kein gestalterisches oder künstlerisches Setting. Es gibt keine Zielvorgabe und kein "richtiges" oder "falsches" Ergebnis. Dies entzieht dem typischen Perfektionismus hochbegabter Kinder die strukturelle Basis.

 

  • Der Weg vom Kopf in den Körper: Das intensive Kneten, Drücken und Verändern des Materials lenkt die Aufmerksamkeit weg von kreisenden Gedankenströmen und fokussiert sie auf die haptische Wahrnehmung. Das überreizte Nervensystem findet so eine spürbare Entlastung.

 

  • Beruhigt bei emotionaler Übererregbarkeit: Hochbegabung geht oft mit einer intensiven emotionalen und sensorischen Sensibilität einher. Der Ton wirkt hier als kraftvoller somatischer Anker zur Selbstregulation. Spannungen und Frustrationen können auf diese Weise physisch ausagiert und verarbeitet werden, ohne dass sie sprachlich expliziert werden müssen.

 

  • Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Fehlertoleranz: Da das Tonfeld während der Sitzung beliebig oft verändert, zerstört und neu strukturiert werden kann, erfahren Kinder Scheitern als schmerzlosen, kreativen Prozess. Das stärkt ihre Resilienz im Umgang mit dem eigenen Scheitern.  

 

 

 

Der therapeutische Rahmen

 

Die Sitzungen bieten einen geschützen, bewertungsfreien Raum. Als Begleitung verzichte ich im Kontext der Sitzung auf psychologisierende Deutungen oder Analysen der entstandenen Formen. Stattdessen begleite ich den haptischen Prozess des Kindes präsent und feinfühlig. Ziel ist es, dem Kind die Erfahrung zu ermöglichen, sich selbst abseits von intellektuellen Erwartungen als kompetent, ganzheitlich und handlungsfähig zu erleben.