Die Arbeit am Tonfeld® bei ADHS und ADS
Eine ADHS- oder ADS-Symptomatik stellt betroffene Kinder, Jugendliche und ihre Familien im Alltag oft vor große Herausforderungen. In der therapeutischen Praxis zeigt sich regelmäßig, dass rein verhaltens- oder gesprächsbasierte Ansätze in Krisenmomenten an Grenzen stoßen. Unter Stress erreichen ausschließlich kognitiv orientierte Strategien ein dauerhaft überreiztes Nervensystem schwer.
Die Herausforderung: Reizüberflutung und motorische Unruhe
Kinder und Jugendliche mit ADHS leiden häufig unter einer Reizfilterungsstörung. Das Gehirn kann wichtige von unwichtigen Umweltreizen kaum trennen. Die Folge sind eine ausgeprägte motorische Unruhe, Impulsivität und emotionale Dysregulation.
Während jüngere Kinder ihre Frustration oft durch einen übermäßigen Bewegungsdrang oder Wutanfälle ausleben, äußert sich ADHS bei Jugendlichen häufig in innerer Getriebenheit, Schulunlust oder chronischen Versagensängsten.
Hier können mit dem körperorientierten Ansatz der Arbeit am Tonfeld® sehr positive Effekte auf die Affektregulierung, die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit und damit einhergehend auf das Sozialverhalten erzielt werden.
Als rein haptisches, nonverbales Medium setzt diese Methode direkt an der überstimulierten Sensorik des Nervensystems von an AD(H)S betroffenen Kindern an und ermöglicht Ihrem Kind eine spürbare Selbstregulation über die eigenen Hände.
Die wertschätzende und auf die Stärken des Kindes fokussierte therapeutische Haltung, die der Arbeit am Tonfeld® zugrundeliegt, ermöglicht es Ihrem Kind, über individuelle Schwierigkeiten, z.B. beim Lernen, der Selbstregulation oder in sozialen Beziehungen hinauszuwachsen, eigene Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln und auf diese Weise ein stärkendes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten sowie ein positives Selbstbild zu entwickeln.
Somit stellt die Arbeit am Tonfeld® eine zugleich sanfte sowie wirksame Alternative bzw. Ergänzung zu anderen therapeutischen Verfahren, z.B. einer medikamentös orientierten Therapie, dar.
Warum das Tonfeld Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S-Symptomatiken hilft
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Reizfilterung und Fokus: Das Arbeiten innerhalb des klar begrenzten Rahmes des Holzkastens hilft Ihrem Kind oder Jugendlichen, die Aufmerksamkeit schrittweise zu bündeln und die Reizüberflutung des Alltags für eine Stunde auszublenden
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Kanalisation von Unruhe: der haptische Widerstand des Tonmaterials ermöglicht es, motorische Unruhe, Frustration und angestaute überschüssige Energie konstruktiv im Ton abzuleiten.
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Festigen innerer Struktur durch äußeren Halt: Die feste, greifbare Begrenzung des Holzkastens bietet Ihrem Kind einen verlässlichen äußeren Rahmen, den es im Laufe der Sitzungen verinnerlichen kann, um im Alltag größere innere Stabilität zu erlangen.
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Erfahrung von Selbstwirksamkeit: Da jede Bewegung im Ton sofort eine sichtbare Veränderung im Material hinterlässt und Fehler jederzeit korrigiert werden können, stärkt diese Methode die Frustrationstoleranz und das Selbstwertgefühl abseits von schulischem Leistungsdruck.
Aktuelle Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit der Arbeit am Tonfeld® bei AD(H)S
Eine Studie aus dem Jahr 2020 von Dr. Begga Hölz-Lindau an der Universität Tübingen untersucht die positive Wirkung der Arbeit am Tonfeld® auf die Affektregulierung bei Kindern mit AD(H)S-Symptomatik. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Fähigkeit zur Regulierunng der Affekte in einem engen Zusammenhang mit der Fähigkeit, erfüllende soziale Beziehungen zu führen, steht. So kann sich die "affektregulierende Wirkung nicht nur auf sensorisch-haptischer Ebene, sondern auch auf Verhaltensebene" (Hölz-Lindau: 2020, S. 320) entfalten.
Fallbeispiel: Film zur Arbeit am Tonfeld am Beispiel eines 11jährigen Jungen mit ADHS-Symptomatik